Questions Clients Ask Before Starting
Bevor ein Ingenieurbüro seine Konstruktionsdaten in eine private Cloud verlagert, tauchen immer wieder dieselben Fragen auf. Sie betreffen weniger die Technik an sich, sondern die konkreten Auswirkungen auf den Arbeitsalltag, die Kostenkontrolle und die langfristige Bindung an einen Anbieter. In diesem Beitrag gehen wir auf die fünf häufigsten Fragen ein, die uns in Erstgesprächen begegnen – und geben eine ehrliche Einschätzung, was dahintersteckt.
1. Was ändert sich für meine Mitarbeiter im Tagesgeschäft?
Die Sorge ist berechtigt: Ein neues System darf die Produktivität nicht bremsen. Bei einer privaten Cloud-Infrastruktur bleibt die gewohnte Arbeitsumgebung weitgehend erhalten. Der entscheidende Unterschied liegt in der Berechtigungsstruktur und der Art, wie Daten versioniert und gesichert werden. Mitarbeiter melden sich über ein zentrales Identity-Management an, das mit dem vorhandenen Active Directory oder einer LDAP-Anbindung harmoniert. Der Zugriff auf CAD-Dateien, Berechnungsmodelle und Projektdokumente erfolgt über vertraute Netzwerkpfade – nur dass diese nun in der privaten Cloud liegen. Die Umstellung erfordert in der Regel eine halbtägige Einweisung, keine wochenlange Schulung.
2. Wie sicher sind meine Daten wirklich – und wer hat Zugriff?
Diese Frage zielt auf das Kernversprechen einer privaten Cloud: vollständige Kontrolle. Anders als bei öffentlichen Cloud-Diensten liegt die Datenhaltung in einer dedizierten, mandantenfähigen Umgebung, die nach ISO/IEC 27001 zertifiziert ist und den BSI IT-Grundschutz berücksichtigt. Der Kunde bestimmt selbst, welche Personen oder Systeme auf welche Daten zugreifen dürfen. Hinzu kommt eine lückenlose Protokollierung aller Zugriffe, die im Bedarfsfall revisionssicher nachgewiesen werden kann. Verschlüsselung erfolgt sowohl auf Transportebene (TLS 1.3) als auch auf Speicherebene (AES-256). Ein HSM-Modul (Hardware Security Module) schützt die kryptografischen Schlüssel physisch.
3. Was passiert mit meinen Daten, wenn ich den Vertrag kündige?
Ein häufiges Hindernis ist die Angst vor Vendor-Lock-in. Deshalb legen wir von Anfang an fest, wie ein geordneter Datenexport und eine vollständige Löschung nach DSGVO-Vorgaben ablaufen. Die private Cloud wird so konfiguriert, dass der Kunde jederzeit einen vollständigen Export seiner Daten im offenen Format (z. B. VHDX, OVF, SQL-Dump) anfordern kann. Nach Vertragsende wird die Umgebung innerhalb einer vereinbarten Frist (üblich sind 30 Tage) vollständig gelöscht, inklusive aller Backups. Ein Löschzertifikat bestätigt die Durchführung. Diese Prozesse sind vertraglich fixiert und werden regelmäßig im Rahmen des ISMS überprüft.
4. Wie läuft die Migration meiner bestehenden Infrastruktur ab?
Die Migration ist kein Selbstläufer, aber mit einer gründlichen Vorbereitung gut planbar. Wir beginnen mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Systeme, Datenmengen und Abhängigkeiten. Daraus entsteht ein Migrationsplan, der die Reihenfolge der Umzüge festlegt – in der Regel starten wir mit weniger kritischen Systemen, um die Prozesse zu testen. Für die eigentliche Datenübertragung nutzen wir verschlüsselte Leitungen oder im Fall großer Datenmengen einen physischen Datenträgertransport. Während der gesamten Migration bleibt der Produktivbetrieb erhalten; ein paralleler Betrieb von alter und neuer Umgebung ist für mindestens zwei Wochen vorgesehen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
5. Welche Kosten kommen auf mich zu – und wie setzen sie sich zusammen?
Die Kostenstruktur einer privaten Cloud unterscheidet sich grundlegend von der einer Public-Cloud-Nutzung. Statt nutzungsabhängiger Gebühren gibt es in der Regel ein monatliches Modell, das die Bereitstellung der Infrastruktur, die Wartung, die Sicherheitsupdates und den Support umfasst. Einmalige Kosten entstehen für die Planung und Migration. Entscheidend ist, dass die Kosten planbar sind und nicht durch unerwartete Datenübertragungsgebühren oder API-Aufrufe steigen. Wir erstellen vor Vertragsabschluss eine detaillierte Aufstellung, die alle Positionen transparent ausweist – ohne versteckte Posten.
Die Entscheidung für eine private Cloud ist keine rein technische, sondern eine strategische. Wer die richtigen Fragen stellt, vermeidet spätere Überraschungen und stellt sicher, dass die Infrastruktur wirklich zum eigenen Arbeitsalltag passt. Wir nehmen uns für diese Fragen Zeit – im Erstgespräch, aber auch während der gesamten Zusammenarbeit.